Menagerie
Die Geschichte mit KrähHundKatzMaus
Es waren einmal zwei vorwitzige weisse Mäuse, die hatten sich zum Leidwesen der Winzer in einen Weinkeller in der Deutschschweiz verirrt. Inzwischen kamen eine Katze und ein Hund dazu und jetzt gar noch eine Krähe. Die Geschichte mit KrähHundKatzMaus nimmt kein Ende.
Entsprungen war das Mäusepaar dem Atelier des Winterthurer Künstlers Peter Gut, der regelmässig für die «Neue Zürcher Zeitung», die «Bilanz» und «Die Zeit» arbeitet. Mit den zwei Wein degustierenden Mäusen wollte er die Deutschschweizer Weinszene auf humorvolle Weise in ein neues Licht rücken und so ein jüngeres, urbanes Publikum auf die offenen Weinkeller aufmerksam machen.
Entsprungen war das Mäusepaar dem Atelier des Winterthurer Künstlers Peter Gut, der regelmässig für die «Neue Zürcher Zeitung», die «Bilanz» und «Die Zeit» arbeitet. Mit den zwei Wein degustierenden Mäusen wollte er die Deutschschweizer Weinszene auf humorvolle Weise in ein neues Licht rücken und so ein jüngeres, urbanes Publikum auf die offenen Weinkeller aufmerksam machen.
Eingeschüchtert vom lautstarken Protest warteten wir fast etwas ängstlich ab, ob die possierlichen Tierchen tatsächlich soviel Furcht einzuflössen imstande waren, um die Weinfreunde vom Besuch der offenen Weinkeller abzuhalten. Aber siehe da, es kam ganz anders: Jung und Alt strömten in Scharen herbei und waren begeistert von der witzigen Werbeidee. Nicht wenige wollten sogar ein Plakat kaufen.
Trotzdem: Ordnung musste sein. Also schickten wir vorletztes Jahr eine Katze los, um mit den Mäusen aufzuräumen. Ob die gute Mieze ihre Pflicht erfüllen würde, war allerdings unsicher. Die Weinflasche schien sie so stark zu interessieren, dass sich die Mäuse in Sicherheit bringen konnten. Doch das störte plötzlich niemand mehr, denn die Kellerkatze fanden alle sehr sympathisch.
Auch die symphatischste Katze muss aber wissen, was ihre eigentliche Aufgabe ist. Also schickten wir letztes Jahr einen Hund los, um der Katze beizubringen, dass sie mit den Mäusen aufräumen soll. Bald schon kamen uns allerdings Zweifel, ob er das schaffen würde. Das verliebte Zirkushündchen mit dem Glas auf dem Kopf schien die müde Katze jedenfalls nicht zu beeindrucken.
Vielleicht war die Katze vom Mäusejagen so müde. Vielleicht hatte sie auch etwas zu tief ins Glas geguckt, was sich für eine anständige Katze natürlich nicht gehört. Vielleicht hatte sie aber ganz einfach zu lange getanzt zwischen den Fässern im Keller. Denn schliesslich war Walpurgisnacht. Da war der Teufel los, und die Hexen ritten auf ihren Besen. Das wollte gefeiert sein.
Dieses Jahr geht alles etwas gesitteter zu und her. Denn nachdem der 1. Mai nicht auf einen Sonntag fällt und deshalb auch nicht überall arbeitsfrei ist, öffnet ein Teil der Winzer ihre Rebberge und Weinkeller nicht schon am Vortag, sondern erst am am ersten Samstag im Mai. Folglich gibt es auch keine Walpurgisnacht zu feiern in den Weinkellern mit den herumstehenden offenen Flaschen.
Ein kleines Durcheinander könnte es zwar schon geben. Denn wer sich nicht vorher genau in unserer Broschüre oder auf www.offeneweinkeller.ch
orientiert, riskiert vor verschlossenen Türen zu stehen. In einem solchen Fall raten wir Ihnen, ganz einfach der nächstbesten Krähe zu folgen. Denn Krähen sind findige Tiere, und der nächste offene Weinkeller ist bestimmt nicht weit.
Wie die Krähe zu HundKatzMaus im Keller stiess, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir hoffen nicht, dass sie jemand losgeschickt hat, um dem zwar charmanten, aber etwas nachlässigen Hündchen die Augen herauszupicken. Vielmehr scheinen uns Krähen grosse Weinliebhaber zu sein, wie man schon bei Wilhelm Busch nachlesen kann. Tatsächlich hält die Krähe ja einen Korken im Schnabel.
Damit kann das Fest losgehen. Die Flasche ist offen, der neue Jahrgang kann probiert werden. Dem Hündchen ist vor lauter Aufregung das Glas vom Kopf gefallen. Die Katze, die ein Jahr lang geschlafen hat, reckt und streckt sich voller Erwartung. Die beiden Mäuse aber, die jeden Respekt verloren haben, kugeln sich beim Anblick des entblössten Hinterteils der Katze vor lauter Lachen am Boden.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben KrähHundKatzMaus noch heute.
Andreas Keller

Peter Gut
Peter Gut wurde 1959 in Zürich geboren und lebt heute in Winterthur.
Als einer der bekanntesten Zeichner und Karikaturisten der Schweiz arbeitet er regelmässig für die «Neue Zürcher Zeitung», die «Bilanz» und «Die Zeit». Daneben gestaltet er Buchumschläge und illustriert Bilderbücher für Kinder und Erwachsene.
Für die Offenen Weinkeller Deutschschweiz malt er seit 2009 Bilder, die dann auf Postkarten, Broschüren und Plakaten Verwendung finden. Mit dem Wein verbindet ihn viel. Er hat schon Weinetiketten gestaltet, in Weinkellern ausgestellt und trinkt gerne ein gutes Glas.




